Zum Beispiel Informationsdesign – Studium und Ausbildung

Professor Tom Duscher von der Muthesius Kunsthochschule in Kiel erklärt in der PAGE, warum Informationsdesign ein wichtiges Zukunftsfeld für Designer und Designerinnen  ist.

Gute Gründe, sich auf Informationsdesign zu spezialisieren

»Daten alleine sind noch keine Information. In unserer modernen Kommunikationsgesellschaft sind wir heute von Daten aller Art umgeben. Um hier durchzublicken, ist Visualisierung unbedingt notwendig. Dafür braucht es gut ausgebildete Designer. Ich meine sogar, dass aus Daten erst durch Visualisierung Informationen werden.

Wir haben in Kiel in der Wissenschaft ein interessantes und sinnstiftendes Thema für innovatives Informationsdesign gefunden – zum Beispiel die Ergebnisse der Meeresforschung an die Gesellschaft zu vermitteln. Hierfür haben wir ein interaktives wissenschaftliches Poster entwickelt, das die Wissenschaftler dabei unterstützt, ihre Forschungsthemen lebendiger und nachvollziehbarer zu präsentieren. Die Herausforderung besteht darin, Informationen und komplexe Zusammenhänge in eine anschauliche und bildhaft wahrnehmbare Form zu übersetzen.

Interaktion ermöglicht aktives Verstehen. Wenn man Informationen nicht nur statisch betrachtet, ergeben sich viele neue Möglichkeiten in der Gestaltung. Hierfür erstellen wir Animationen, Karten und Grafiken, aber auch räumliche experimentelle Installationen. Interaktivität ermöglicht es, Informationen zu filtern, Perspektiven zu wechseln und eine individuelle Auswahl zu treffen.

Hinzu kommt, dass dynamische Informations- oder Datenvisualisierungen sich auf aktuelle Werte sogar in Echtzeit beziehen können und so die Dynamik unserer wandelnden Gesellschaft am besten ausdrücken können.

Designer, die es verstehen, Wissen zu gestalten, sind schon heute – und erst recht in Zukunft – gefragte Spezialisten und Visualisierungspartner. Und das nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch zunehmend in der Wissenschaft.

Hier kommt dem Design eine besondere Bedeutung zu. Und es ist – wie ich finde – auch eine sehr sinnstiftende Aufgabe, nämlich nicht nur an der ästhetischen Oberfläche zu gestalten, sondern neue Einblicke in Wissensthemen zu ermöglichen und zu einem besseren Verstehen unserer Welt beizutragen.

Oft wird Informationsdesign ja sehr dekorativ und modisch betrachtet und Grafiken und Datenvisualisierungen, die sehr cool und komplex aussehen, machen zwar Eindruck, helfen aber nicht, die Dinge besser zu verstehen.

Im Master-Schwerpunkt Interaktives Informationsdesign interessieren wir uns für beides: Wie kann man komplexe Themen zeigen und elegant gestalten – und dennoch zu einem besseren Verständnis beitragen?

Zusammengefasst lässt sich also sagen: Die besten Studenten im Informationsdesign sind neugierig, präzise und erfinderisch

21.11.2017